Context Card
Anbieterregeln, nationales Recht, EU-Recht und Menschenrechte: wer die Regeln für KI setzt
Welche Texte regeln, was ein KI-System sagen und tun darf – und wen bindet jeder von ihnen?
Die kurze Antwort
Regeln für KI kommen aus Ebenen mit verschiedenen Urhebern, Adressaten und Durchsetzungswegen: Menschenrechtsverträge binden Staaten, Verfassungen die öffentliche Gewalt, Gesetze und Verordnungen alle in ihrem Geltungsbereich, anerkannte Kodizes und Normen zeigen, wie sich das Gesetz erfüllen lässt, und Anbieterregeln binden Nutzende über den Vertrag – das Modell rechtlich gar nicht. EU-Verordnungen wie der AI Act gelten unmittelbar in jedem Mitgliedstaat. Ein Anbieterdokument, das „Verfassung“ heißt, wird durch seinen Namen keine Verfassung.
Für: Technische Redakteurinnen und Redakteure, Compliance- und Policy-Lesende, Produktteams, die KI-Regeln zitieren
Das Wichtigste
- Ein Name ist keine Rechtsform: Ob ein Text Verfassung, Gesetz oder Unternehmensregel ist, ergibt sich daraus, wer ihn erlassen hat, wen er bindet und wie er durchgesetzt wird.
- Menschenrechtsverträge binden die Staaten, die sie ratifizieren; Unternehmen nur über das Recht dieser Staaten.
- Verfassungen binden die öffentliche Gewalt. In den USA, in Kanada und in Deutschland sind Anbieter an das einfache Recht gebunden, nicht unmittelbar an die Verfassung.
- Eine EU-Verordnung wie der AI Act gilt unmittelbar in allen 27 Mitgliedstaaten; die nationalen Verfassungen bleiben, und die EU selbst hat keine.
- Eine Modellspezifikation richtet sich an das Modell, eine Nutzungsrichtlinie an die Nutzenden. Keine von beiden ist Recht, und keine zeigt, dass das Recht eingehalten ist.
- Keine Ebene dieser Ordnung beantwortet die empirische Frage, ob ein System Erleben hat.
Der Zusammenhang
Ein Test für jede Regel
Jeder Text, der KI regelt, lässt sich mit drei Fragen einordnen: Wer setzt ihn? Wen bindet er? Wer setzt ihn durch? Die Antworten ordnen die Texte in Ebenen. Die folgende Ordnung beschreibt, wie sich die Ebenen in der EU, den USA, Kanada und China zueinander verhalten, Stand 12. Oktober 2026. Sie sagt nicht, welche Regeln gelten sollten, und stellt keinen Anbieter über einen anderen.
Menschenrechte binden Staaten
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 ist eine Resolution, kein Vertrag [1]. Der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte bindet seine Vertragsstaaten – darunter die USA, Kanada und alle EU-Mitgliedstaaten; China hat 1998 unterzeichnet und nicht ratifiziert [2]. Das Rahmenübereinkommen des Europarats über KI (CETS Nr. 225), seit dem 5. September 2024 zur Unterzeichnung aufgelegt, ist der erste Vertrag über KI und Menschenrechte [3]. Die EU, die USA und Kanada haben es unterzeichnet; die EU hat es am 15. Mai 2026 ratifiziert [4] [5]. Es tritt nach fünf Ratifikationen in Kraft, darunter drei von Mitgliedstaaten des Europarats. Alle diese Texte verpflichten Staaten. Ein Anbieter ist an sie nur über das Recht gebunden, mit dem ein Staat sie umsetzt.
Verfassungen binden die öffentliche Gewalt
Eine Verfassung begründet und begrenzt die Macht eines Staates. Die EU hat keine Verfassung: Sie hat die Verträge und die Charta der Grundrechte, die die Stellen der EU und die Mitgliedstaaten bei der Durchführung des Unionsrechts bindet [6] [7]. Jeder Mitgliedstaat behält seine Verfassung; das deutsche Grundgesetz bindet Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung an die Grundrechte und schützt die Menschenwürde vor jeder Änderung [10]. Die US-Verfassung bindet den Staat, private Anbieter nur, wo sie als Staat handeln [13] [14]. Ob Chatbot-Ausgaben vom First Amendment geschützte Rede sind, ist offen; im Mai 2025 lehnte es ein Bundesgericht im frühen Verfahrensstadium ab, sie so zu behandeln, und das Verfahren endete mit einem Vergleich [15]. Die Kanadische Charta der Rechte und Freiheiten gilt für das Parlament, die Provinzparlamente und die Regierungen [19]. Die Verfassung der Volksrepublik China hält fest, dass der Staat die Menschenrechte achtet und schützt; ihre Auslegung liegt beim Ständigen Ausschuss des Nationalen Volkskongresses [22]. Keine der vier enthält eine Bestimmung über KI.
EU-Recht gilt in jedem Mitgliedstaat
Der AI Act – Verordnung (EU) 2024/1689, geändert durch Verordnung (EU) 2026/1744 – ist eine Verordnung: Er gilt unmittelbar in allen 27 Mitgliedstaaten, ohne Umsetzung, und richtet seine Pflichten an Anbieter, Betreiber und andere Akteure [11]. Nach dem Vorrang des Unionsrechts geht er entgegenstehendem nationalem Recht vor [8]. Nationale Verfassungsgerichte erkennen das auf der Grundlage ihrer eigenen Verfassung an und behalten sich eine Prüfung der Verfassungsidentität vor; das Bundesverfassungsgericht tat dies in seinem Lissabon-Urteil [9]. Der AI Act dient dem Schutz der Rechte der Charta, etwa durch die Grundrechte-Folgenabschätzung bestimmter Betreiber. Er ersetzt keine Verfassung und schafft keine verfassungsähnliche Ordnung.
Gesetze und Verordnungen in den USA, Kanada und China
- USA: Es gibt kein Bundesgesetz über KI. Die Bundespolitik wird per Executive Order gesetzt; die Executive Order 14365 fordert einen nationalen Rahmen, der entgegenstehende Gesetze der Bundesstaaten verdrängt [16]. Gesetze der Bundesstaaten wie California SB 53 binden in ihrem Staat [17]. Ein Gesetzentwurf ist kein Gesetz.
- Kanada: Kein Bundesgesetz über KI ist in Kraft. Der Artificial Intelligence and Data Act ist im Januar 2025 mit dem Ende der Sitzungsperiode verfallen; die Bill C-36 zu Datenschutz und Verbraucherdaten ist in zweiter Lesung [20]. Bundesbehörden folgen der Directive on Automated Decision-Making.
- China: KI wird durch Verordnungen der Cyberspace Administration of China und anderer Behörden geregelt, etwa die vorläufigen Maßnahmen für generative KI-Dienste und die Kennzeichnungsmaßnahmen [23] [24]. Sie binden Anbieter, die in China Dienste anbieten.
Ko-Regulierung: anerkannt, nicht erlassen
Ko-Regulierung liegt zwischen Gesetz und Unternehmensregel. Ihre Instrumente sind freiwillig, ihre Wirkung legt aber das Gesetz fest. Nach dem AI Act können Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck mit dem GPAI Code of Practice die Einhaltung nachweisen, und zitierte harmonisierte Normen begründen eine Konformitätsvermutung [12]. Das NIST AI RMF in den USA und der kanadische freiwillige Kodex wirken nur, wo ein Gesetz, ein Vertrag oder eine Vergaberegel auf sie verweist [18] [21].
Anbieterregeln: Modellspezifikationen und Nutzungsrichtlinien
Anbieter schalten zwei Arten von Regeln zwischen das Recht und die Menschen, die ihre Modelle nutzen:
- Eine Modellspezifikation beschreibt, wie sich die Modelle des Anbieters verhalten sollen – Anthropics Verfassung für Claude, OpenAIs Model Spec, der Entwurf eines Verhaltenskodex von Microsoft AI für seine Modelle [25] [27] [30]. Sie richtet sich an das Modell und die Teams des Anbieters und wirkt über Training, Evaluation und Produktentscheidungen. Anthropic erklärt, dass es „constitution“ nicht als starres Rechtsdokument meint [25].
- Eine Nutzungsrichtlinie sagt, was Nutzende dürfen – Anthropic, OpenAI, Google, Mistral AI und DeepSeek veröffentlichen sie als Richtlinie oder als Teil ihrer Nutzungsbedingungen [26] [28] [29] [31] [32]. Sie bindet Nutzende über den Vertrag, in den Grenzen des Verbraucher-, AGB- und Plattformrechts, und wird vom Anbieter durchgesetzt, etwa durch die Sperrung eines Kontos. Welches Recht für sie gilt, ist verschieden; für die Bedingungen von DeepSeek etwa gilt das Recht der Volksrepublik China [32].
Anbieterregeln können strenger sein als das Gesetz. Sie können kein gesetzliches Recht und keine gesetzliche Pflicht aufheben, und wer ihnen folgt, zeigt damit nichts darüber, ob das Recht eingehalten ist.
Ethikwerke und Soft Law
Ethikwerke internationaler Organisationen, öffentlicher Gremien und Institutionen bilden eine eigene Ebene. Sie binden niemanden; sie wirken über Auslegung, Selbstverpflichtung und spätere Gesetzgebung. Zitieren Sie sie als Position der Stelle, die sie herausgegeben hat, mit Datum – nicht als Rechtsquelle.
Welche Ebene welche Frage beantwortet
Die Context Card vier Fragen zum KI-Bewusstsein trennt die empirische Frage, die Design-, die Sicherheits- und die moralisch-rechtliche Frage. Die Ebenen beantworten sie verschieden:
| Frage | Wo sie heute beantwortet wird |
|---|---|
| Empirisch: Könnte ein System Erleben haben? | Auf keiner Rechtsebene. Daran arbeitet die Forschung; ein Gesetz, das einen Status erklärt, setzt eine Antwort voraus. |
| Design: Soll ein System Gefühle oder Motive ausdrücken? | Vor allem in Anbieterregeln, begrenzt durch Gesetze zu Offenlegung, Kennzeichnung und Kinderschutz. |
| Sicherheit: Aufsicht, Ziele, Unterbrechung | In Gesetzen und Verordnungen, in der Ko-Regulierung und in Anbieterregeln. |
| Moralisch-rechtlich: Schutz, Rechte, Rechtsstellung | In Verfassungen und Menschenrechten (Würde und Rechte des Menschen) und im einfachen Recht (Rechtspersönlichkeit). Ansprüche in Anbieterregeln und Ethikwerken haben keine Rechtskraft. |
Was sich nicht ändert
- Ein Gesetz, einen Vertrag oder eine Anbieterregel zu nennen, zeigt nie Konformität. Jede Pflicht ist an ihrer Quelle, ihrem Geltungsbereich und ihrem Datum zu prüfen.
- Gesetzentwürfe, Entwürfe und Konsultationen sind kein Recht, und ein unterzeichneter Vertrag bindet erst, wenn er ratifiziert und in Kraft ist.
- Die Ordnung beschreibt Rang und Adressaten. Sie entscheidet keine politischen Fragen und ist keine Rechtsberatung.
Kontextmatrix: die Regelebenen
Jede Zeile ist ein Text oder eine Gruppe von Texten. „Was sie fragt“ sagt, wen er bindet und wie er wirkt, „Hängt ab von“, welche der vier Fragen der Card zum KI-Bewusstsein er berührt, „Wo sie verhandelt wird“, wer über ihn entscheidet. Die Zahlen in Klammern verweisen auf die Quellen unten. Die Matrix ordnet die Ebenen; sie gewichtet die Regeln nicht und entscheidet nicht zwischen ihnen.
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| # | Bereich | Frage | Was sie fragt | Hängt ab von | Wo sie diskutiert wird | Datierte Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Menschenrechte | Allgemeine Erklärung der Menschenrechte | Eine Resolution der UN-Generalversammlung, kein Vertrag; sie bindet niemanden unmittelbar und leitet die Auslegung späterer Verträge. | Moralisch-rechtlich | Vereinte Nationen | 10. Dezember 1948 [1] |
| 2 | Menschenrechte | Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte | Bindet seine Vertragsstaaten – die USA, Kanada und alle EU-Mitgliedstaaten; Unternehmen nur über nationales Recht. China hat 1998 unterzeichnet und nicht ratifiziert. | Moralisch-rechtlich; Design (Meinungsfreiheit, Privatsphäre) | UN-Menschenrechtsausschuss | Angenommen 1966, in Kraft seit 1976 [2] |
| 3 | Menschenrechte | Rahmenübereinkommen des Europarats über KI (CETS Nr. 225) | Bindet die Vertragsparteien, die es ratifizieren, und verlangt, Risiken durch öffentliche und private Akteure im eigenen Recht zu regeln. Unterzeichnet von der EU, den USA und Kanada; nicht von China; noch nicht in Kraft. | Sicherheit; moralisch-rechtlich | Europarat; Vertragsparteien | Aufgelegt am 5. September 2024 [3]; Kanada unterzeichnet am 11. Februar 2025 [4]; EU ratifiziert am 15. Mai 2026 [5] |
| 4 | Verfassungen | EU: Verträge und Charta der Grundrechte | Die EU hat keine Verfassung. Die Charta hat den Rang der Verträge und bindet die Stellen der EU und die Mitgliedstaaten bei der Durchführung des Unionsrechts. | Moralisch-rechtlich | Gerichtshof der EU | In Kraft mit dem Vertrag von Lissabon seit 1. Dezember 2009 [6] [7] |
| 5 | Verfassungen | EU-Mitgliedstaat: das deutsche Grundgesetz | Bindet alle staatliche Gewalt an die Grundrechte; die Menschenwürde ist jeder Änderung entzogen. Erkennt den Vorrang des Unionsrechts mit einem Vorbehalt der Verfassungsidentität an. | Moralisch-rechtlich | Bundesverfassungsgericht | 1949 [10]; Lissabon-Urteil, 30. Juni 2009 [9] |
| 6 | Verfassungen | USA: Verfassung und Bill of Rights | Bindet den Staat; private Anbieter nur, wo sie als Staat handeln. Ob Chatbot-Ausgaben geschützte Rede sind, ist offen. | Design (Meinungsfreiheit); moralisch-rechtlich | Bundesgerichte | [13]; Halleck, 2019 [14]; Garcia v. Character Technologies, Beschluss vom 21. Mai 2025 [15] |
| 7 | Verfassungen | Kanada: Kanadische Charta der Rechte und Freiheiten | Bindet das Parlament, die Provinzparlamente und die Regierungen (Section 32); die Rechte unterliegen angemessenen, gesetzlich vorgesehenen Grenzen (Section 1). | Moralisch-rechtlich | Gerichte Kanadas | Constitution Act, 1982 [19] |
| 8 | Verfassungen | China: Verfassung der Volksrepublik China | Der Staat achtet und schützt die Menschenrechte (Artikel 33); der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses legt die Verfassung aus (Artikel 67); Gerichte prüfen Gesetze nicht an ihr. | Moralisch-rechtlich | Nationaler Volkskongress | In der Fassung vom 11. März 2018 [22] |
| 9 | Gesetze und Verordnungen | EU: AI Act | Eine Verordnung, unmittelbar anwendbar in allen 27 Mitgliedstaaten; Pflichten für Anbieter, Betreiber und andere Akteure; geht entgegenstehendem nationalem Recht vor. | Sicherheit; Design (Offenlegung); moralisch-rechtlich | EU-Organe, KI-Büro, nationale Behörden | 12. Juli 2024, geändert durch Verordnung (EU) 2026/1744 [11]; Costa/E.N.E.L., 1964 [8] |
| 10 | Gesetze und Verordnungen | USA: Executive Orders und Gesetze der Bundesstaaten | Kein Bundesgesetz über KI; Bundespolitik per Executive Order, die entgegenstehende Gesetze der Bundesstaaten verdrängen will; Gesetze der Bundesstaaten binden in ihrem Staat; Entwürfe sind kein Recht. | Sicherheit; Design | Weißes Haus, Kongress, Parlamente der Bundesstaaten | Executive Order 14365, 11. Dezember 2025 [16]; California SB 53, 29. September 2025 [17] |
| 11 | Gesetze und Verordnungen | Kanada: kein Bundesgesetz über KI in Kraft | AIDA ist im Januar 2025 verfallen; ein Datenschutzgesetz liegt dem Parlament vor; Bundesbehörden folgen einer Richtlinie über automatisierte Entscheidungen. | Sicherheit; Design | Parlament von Kanada, Treasury Board | Bill C-36, 15. Juni 2026 [20] |
| 12 | Gesetze und Verordnungen | China: Verordnungen der Cyberspace Administration | Verwaltungsvorschriften, bindend für Anbieter, die in China Dienste anbieten: generative KI-Dienste, Kennzeichnung KI-erzeugter Inhalte, Registrierung. | Design; Sicherheit | Cyberspace Administration of China | 13. Juli 2023 [23]; 14. März 2025 [24] |
| 13 | Ko-Regulierung | EU: GPAI Code of Practice und harmonisierte Normen | Freiwillig, aber vom AI Act als Weg zum Nachweis der Einhaltung anerkannt; zitierte Normen begründen eine Konformitätsvermutung. | Sicherheit; Design | KI-Büro, Unterzeichnende, Normungsorganisationen | 10. Juli 2025 [12] |
| 14 | Ko-Regulierung | USA und Kanada: NIST AI RMF, freiwilliger Kodex | Freiwillig; Wirkung nur, wo ein Gesetz, ein Vertrag oder eine Vergaberegel auf sie verweist. | Sicherheit | NIST; Innovation, Science and Economic Development Canada | 26. Januar 2023 [18]; September 2023 [21] |
| 15 | Anbieterregeln | Modellspezifikationen | Anthropics Verfassung für Claude, OpenAIs Model Spec, der Entwurf eines Verhaltenskodex von Microsoft AI: an das Modell und die Teams des Anbieters gerichtet, wirksam über Training und Produktentscheidungen; sie binden keine Nutzenden und keine Behörde. | Design; moralisch-rechtlich (Positionen) | Anbieter; öffentliche Konsultationen | 22. Januar 2026 [25]; [27]; 14. September 2026 [30] |
| 16 | Anbieterregeln | Nutzungsrichtlinien und Nutzungsbedingungen | Anthropic, OpenAI, Google, Mistral AI, DeepSeek: binden Nutzende über den Vertrag in den Grenzen des Verbraucher-, AGB- und Plattformrechts; durchgesetzt über Maßnahmen am Konto; das anwendbare Recht ist verschieden. | Design (Verhalten der Nutzenden) | Anbieter; Verbraucherschutzbehörden und Gerichte | 8. Oktober 2026 [26]; [28]; 17. Dezember 2024 [29]; [31]; [32] |
Eine Regel wird mit Urheber, Datum und Ebene zitiert. Eine Anbieterregel wird nie als rechtliche Anforderung zitiert, ein Vertrag oder Gesetzentwurf nur als das, was er zum Prüfdatum ist.
Log: datierte Anker der Regelebenen
Das Log verzeichnet datierte Texte, die eine Ebene verändert haben: einen Schritt eines Vertrags, ein Gesetz, eine Executive Order, einen Gerichtsbeschluss, eine Verordnung, einen Kodex oder ein Anbieterdokument. Es ist selektiv, nennt das Neueste zuerst und verweist auf Zeilen der Matrix.
Letzter Eintrag:
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| Datum | Region | Entwicklung | Schwerpunkt | Matrixzeilen |
|---|---|---|---|---|
| Weltweit (US-Anbieter) | Anthropic kündigt eine überarbeitete Nutzungsrichtlinie an, gültig ab 12. November 2026 [26] | Nutzungsrichtlinien | 16 | |
| Weltweit (US-Anbieter) | Microsoft AI veröffentlicht den Entwurf eines Verhaltenskodex für seine Modelle zur öffentlichen Konsultation [30] | Modellspezifikationen | 15 | |
| Kanada | Die Bill C-36 zu Datenschutz und Verbraucherdaten wird im Unterhaus eingebracht [20] | Gesetze | 11 | |
| EU | Die EU ratifiziert das Rahmenübereinkommen des Europarats über KI [5] | Menschenrechte | 3 | |
| Weltweit (US-Anbieter) | Anthropic veröffentlicht eine neue Verfassung für Claude [25] | Modellspezifikationen | 15 | |
| USA | Die Executive Order 14365 fordert einen nationalen KI-Rahmen, der entgegenstehende Gesetze der Bundesstaaten verdrängt [16] | Gesetze | 10 | |
| USA | California SB 53 zur Transparenz von Frontier-KI wird unterzeichnet [17] | Gesetze | 10 | |
| EU | Die Europäische Kommission veröffentlicht den GPAI Code of Practice [12] | Ko-Regulierung | 13 | |
| USA | Ein Bundesgericht in Florida lehnt es im frühen Verfahrensstadium ab, Chatbot-Ausgaben als geschützte Rede zu behandeln [15] | Verfassungen | 6 | |
| China | Die Cyberspace Administration of China erlässt die Kennzeichnungsmaßnahmen für KI-erzeugte Inhalte, gültig ab 1. September 2025 [24] | Gesetze | 12 | |
| Kanada | Kanada unterzeichnet das Rahmenübereinkommen des Europarats über KI [4] | Menschenrechte | 3 | |
| Weltweit | Das Rahmenübereinkommen des Europarats über KI wird zur Unterzeichnung aufgelegt; die EU und die USA gehören zu den ersten Unterzeichnenden [3] | Menschenrechte | 3 | |
| EU | Der AI Act wird im Amtsblatt veröffentlicht [11] | Gesetze | 9 |
Bis Oktober 2026 hat die Ebene der Menschenrechte ihren ersten KI-Vertrag erhalten, bisher von der EU ratifiziert. Die EU wendet eine Verordnung in allen Mitgliedstaaten an; die USA, Kanada und China regeln über Executive Orders, Gesetze der Bundesstaaten, Entwürfe und Verwaltungsvorschriften. Anbieter veröffentlichen immer längere Modellspezifikationen und Nutzungsrichtlinien, die Unternehmensregeln bleiben.
Fragen, die sich daran anschließen
- Gibt es eine KI-Verfassung?
- Keine Rechtsordnung der EU, der USA, Kanadas oder Chinas hat eine Verfassung für KI, und keine ihrer Verfassungen enthält eine Bestimmung über KI. Dokumente, die KI-Anbieter „Verfassung“ nennen, sind Modellspezifikationen: Unternehmenstexte für das Training, kein Recht.
- Ist die „Verfassung“ eines Anbieters rechtlich bindend?
- Nicht für Nutzende und nicht für Behörden. Sie wirkt über Training und Produktentscheidungen. Nutzende bindet die Nutzungsrichtlinie oder die Nutzungsbedingungen des Anbieters, über den Vertrag und in den Grenzen des Verbraucher- und Plattformrechts.
- Kann ein Anbieter strengere Regeln setzen als das Gesetz?
- Ja. Ein Anbieter kann Nutzungen einschränken, die das Gesetz erlaubt. Er kann kein gesetzliches Recht und keine gesetzliche Pflicht aufheben, und seine eigenen Regeln entbinden ihn nicht von Pflichten aus dem AI Act oder anderem Recht.
- Ersetzt der EU AI Act die nationalen Verfassungen?
- Nein. Der AI Act ist eine Verordnung auf Grundlage der EU-Verträge. Er gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat und geht entgegenstehendem nationalem Recht vor, steht aber im Rang unter den Verträgen und der Grundrechtecharta, und die nationalen Verfassungen bleiben in Kraft.
- Gilt das KI-Übereinkommen des Europarats in der EU, den USA, Kanada und China?
- Es bindet nur die Vertragsparteien, die es ratifizieren, und erst, wenn es in Kraft ist. Stand 12. Oktober 2026 hat die EU es ratifiziert; die USA und Kanada haben es unterzeichnet; China hat es nicht unterzeichnet. Es tritt nach fünf Ratifikationen in Kraft, darunter drei von Mitgliedstaaten des Europarats.
- Wo stehen Ethikwerke?
- Sie bilden eine eigene Ebene: nicht bindende Positionen der Stellen, die sie herausgegeben haben. Sie können prägen, wie Gesetze ausgelegt werden und was spätere Gesetze sagen, begründen aber selbst keine Pflichten.
Quellen
- Universal Declaration of Human Rights — United Nations, 10. Dezember 1948
- International Covenant on Civil and Political Rights, status of ratification — United Nations Treaty Collection, 16. Dezember 1966
- Council of Europe Framework Convention on Artificial Intelligence and Human Rights, Democracy and the Rule of Law (CETS No. 225) — Council of Europe, 5. September 2024
- Canada and Japan sign Council of Europe’s first ever global treaty on AI — Council of Europe, 11. Februar 2025
- European Union ratifies the Council of Europe Framework Convention on Artificial Intelligence — Council of Europe, 15. Mai 2026
- Charter of Fundamental Rights of the European Union — EUR-Lex, 26. Oktober 2012
- Treaty on European Union (consolidated version), Article 6 — EUR-Lex, 7. Juni 2016
- Costa v E.N.E.L., Case 6/64 — Court of Justice of the European Union (EUR-Lex), 15. Juli 1964
- Judgment of the Second Senate of June 30, 2009, 2 BvE 2/08 (Lisbon) — Federal Constitutional Court of Germany, 30. Juni 2009
- Basic Law for the Federal Republic of Germany — Federal Ministry of Justice (gesetze-im-internet.de), 23. Mai 1949
- Regulation (EU) 2024/1689 (Artificial Intelligence Act), as amended by Regulation (EU) 2026/1744 — EUR-Lex, 12. Juli 2024
- The General-Purpose AI Code of Practice — European Commission, 10. Juli 2025
- Constitution of the United States (Constitution Annotated) — Congress.gov, 17. September 1787
- Manhattan Community Access Corp. v. Halleck, 587 U.S. 802 — Supreme Court of the United States, 17. Juni 2019
- Garcia v. Character Technologies, Inc., No. 6:24-cv-01903 (M.D. Fla.), order on the motions to dismiss (case page) — Tech Justice Law Project, 21. Mai 2025
- Executive Order 14365, Ensuring a National Policy Framework for Artificial Intelligence — Federal Register, 16. Dezember 2025
- SB 53, Transparency in Frontier Artificial Intelligence Act — California Legislative Information, 29. September 2025
- AI Risk Management Framework (AI RMF 1.0) — National Institute of Standards and Technology, 26. Januar 2023
- Constitution Act, 1982, Part I: Canadian Charter of Rights and Freedoms — Justice Laws Website, 17. April 1982
- Bill C-36, An Act to enact the Protecting Privacy and Consumer Data Act — LEGISinfo, Parliament of Canada, 15. Juni 2026
- Voluntary Code of Conduct on the Responsible Development and Management of Advanced Generative AI Systems — Innovation, Science and Economic Development Canada, September 2023
- Constitution of the People's Republic of China (as amended on March 11, 2018) — National People's Congress, 11. März 2018
- Interim Measures for the Management of Generative Artificial Intelligence Services — Cyberspace Administration of China, 13. Juli 2023
- Measures for Labeling Artificial Intelligence-Generated Synthetic Content — Cyberspace Administration of China, 14. März 2025
- Claude's constitution — Anthropic, 22. Januar 2026
- 2026 Usage Policy update — Anthropic, 8. Oktober 2026
- Model Spec — OpenAI
- Usage policies — OpenAI
- Generative AI Prohibited Use Policy — Google, 17. Dezember 2024
- Humanist AI in practice: A public consultation on our Code of Conduct for MAI Models — Microsoft AI, 14. September 2026
- Usage Policy — Mistral AI
- Terms of Use — DeepSeek
Prüfprotokoll und Änderungen
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Geprüft
Seit der Veröffentlichung keine Korrekturen oder Ergänzungen.