Context Card
Minimalismus und strukturiertes Schreiben
Wie wirken Minimalismus und strukturiertes Schreiben zusammen?
Die kurze Antwort
Minimalismus, beschrieben von John M. Carroll, legt Grundsätze für Inhalte fest: Handeln an echten Aufgaben unterstützen, Anleitung in der Arbeit der Nutzer verankern, beim Erkennen und Beheben von Fehlern helfen und nur so viel Text schreiben, wie Nutzer brauchen. Strukturiertes Schreiben legt die Form fest: Inhalte folgen einem validierten Inhaltsmodell. Ein Inhaltsmodell kann minimalistische Muster verbindlich machen, etwa eine Handlung pro Schritt oder ein Ergebnis nach jedem Schritt.
Für: Technische Redakteure, Lektoren und Content Engineers
Das Wichtigste
- Minimalismus zielt auf Relevanz und Handeln, nicht auf das Kürzen von Text.
- Zu seinen vier Grundsätzen gehört ausdrücklich die Unterstützung beim Erkennen und Beheben von Fehlern.
- Strukturiertes Schreiben erstellt Inhalte nach einem Schema und validiert sie.
- Ein Inhaltsmodell kann minimalistische Muster vorschreiben, etwa eine Handlung pro Schritt.
- Keines von beiden entfernt sicherheitsrelevante oder gesetzlich geforderte Gebrauchsinformationen.
Der Zusammenhang
Grundsätze und Form
Carrolls Minimalismus entstand aus der Beobachtung von Nutzern, die lange Handbücher übersprangen und durch Ausprobieren lernten. Seine Grundsätze betreffen den Zweck von Inhalten: Handeln, echte Aufgaben, Fehlerbehebung und Auffindbarkeit.
Strukturiertes Schreiben betrifft die Form: Elemente und ihre Reihenfolge sind in einem Schema festgelegt, und die Validierung prüft jede Einheit. In DITA hat ein Task Voraussetzungen, Schritte mit je einer Anweisung und Ergebnisse; eine Spezialisierung kann das weiter einschränken.
Aus Grundsätzen werden Regeln
Ein Inhaltsmodell kann durchsetzen, was der Minimalismus empfiehlt: Ein Schritt-Element enthält eine Anweisung, darauf folgt ein Ergebnis, und die Fehlerbehebung hat einen eigenen Platz. Über Relevanz entscheidet die Struktur nicht; das bleibt redaktionelle Arbeit. Minimalismus rechtfertigt nie, sicherheitsrelevante oder gesetzlich geforderte Gebrauchsinformationen wegzulassen.
Fragen, die sich daran anschließen
- Bedeutet Minimalismus, so wenig wie möglich zu schreiben?
- Nein. Er bedeutet, zu schreiben, was das Handeln und Lernen der Nutzer unterstützt – einschließlich Fehlerinformationen – und wegzulassen, was das nicht tut.
- Kann ein Schema Inhalte minimalistisch machen?
- Es kann Muster wie eine Handlung pro Schritt erzwingen, aber welche Inhalte relevant sind, bleibt eine redaktionelle Entscheidung.
Quellen
- The Nurnberg Funnel — MIT Press
- Extensible Markup Language (XML) 1.0 — W3C
Prüfprotokoll und Änderungen
Jede Context Card wird vor der Veröffentlichung und bei jeder Änderung erneut anhand ihrer Quellen geprüft; das Datum unter der Autorenzeile ist die letzte Prüfung. Korrekturen (etwas war falsch) und Ergänzungen (etwas fehlte) stehen unten mit Datum und Uhrzeit (deutsche Zeit). Tippfehler, Formatierung und Link-Korrekturen werden nicht aufgeführt.
Geprüft
Seit der Veröffentlichung keine Korrekturen oder Ergänzungen.