Context Card
Vier SDK-Typen im Vergleich
Was unterscheidet Developer-, Publishing-, Plattform- und Hardware-SDKs?
Die kurze Antwort
Alle vier sind Software Development Kits – Bündel aus Bibliotheken, Werkzeugen, Dokumentation und Beispielen –, aber sie zielen auf Verschiedenes. Ein Developer-SDK kapselt einen entfernten Dienst oder eine API, ein Publishing-SDK wandelt strukturierten Content in Ausgabeformate um, ein Plattform-SDK erweitert eine Host-Anwendung von innen, und ein Hardware-SDK macht ein Gerät oder einen Prozessor für Software zugänglich. Das Ziel bestimmt die Artefakte, die Nutzer und wer wen aufruft.
Für: Technische Redakteure, Entwickler und Projektleiter, die mit SDK-Dokumentation arbeiten
Das Wichtigste
- Developer-SDK: Client-Bibliotheken für eine API oder einen Cloud-Dienst; die Anwendung ruft den Dienst auf.
- Publishing-SDK: Transformationspipelines für strukturierten Content wie DITA oder XML; Content durchläuft Stufen bis zur Ausgabe.
- Plattform-SDK: Erweiterungspunkte, Manifeste und abgeschottete APIs einer Host-Anwendung; der Host ruft die Erweiterung auf.
- Hardware-SDK: Treiber, Abstraktionsschichten, Toolchains und Debugger für ein Gerät oder einen Prozessor; Software trifft auf physische Grenzen.
- Der Name „SDK“ allein sagt nicht, welcher der vier Typen gemeint ist – das Ziel sagt es.
Der Zusammenhang
Ein Begriff, vier Ziele
Ein Software Development Kit bündelt, was man braucht, um auf einer Basis aufzubauen: Softwarebibliotheken, Werkzeuge, Dokumentation und Beispiele. Verschieden ist die Basis.
- Ein Developer-SDK kapselt eine Programmierschnittstelle, meist eines entfernten Dienstes.
- Ein Publishing-SDK verarbeitet strukturierten Content, etwa DITA-Topics und -Maps, zu HTML, PDF oder anderen Ausgaben.
- Ein Plattform-SDK öffnet das Erweiterungsmodell einer Host-Anwendung wie einer IDE, eines CRM oder eines Shopsystems.
- Ein Hardware-SDK liefert Gerätetreiber, Schnittstellen zur Firmware, eine Compiler-Toolchain und Debugging-Werkzeuge für ein bestimmtes Gerät.
Wer wen steuert
Beim Developer-SDK ruft die Anwendung den Dienst auf. Beim Plattform-SDK ruft der Host die Erweiterung an festgelegten Punkten auf. Beim Publishing-SDK durchläuft Content eine Pipeline. Beim Hardware-SDK ruft Software Schichten auf, die bei Registern und Signalen enden.
Weiterlesen
Der Themenbereich Software development kits vergleicht die vier Typen in einer Tabelle; jeder hat einen eigenen Enzyklopädie-Artikel (auf Englisch).
Fragen, die sich daran anschließen
- Ist jedes SDK eine Sammlung von Bibliotheken für eine API?
- Nein. Das beschreibt Developer-SDKs. Publishing-, Plattform- und Hardware-SDKs enthalten auch Transformations-Engines, Erweiterungs-Frameworks, Toolchains oder Debugger.
- Kann ein Produkt mehrere SDK-Typen mitliefern?
- Ja. Ein Gerätehersteller kann ein Hardware-SDK für die Firmware und ein Developer-SDK für seinen Cloud-Dienst anbieten; es bleiben getrennte Kits mit getrennten Zielen.
Quellen
- Windows SDK — Microsoft Learn
- DITA Open Toolkit — DITA-OT project
- Extension API — Visual Studio Code
- CUDA Toolkit — NVIDIA
Prüfprotokoll und Änderungen
Jede Context Card wird vor der Veröffentlichung und bei jeder Änderung erneut anhand ihrer Quellen geprüft; das Datum unter der Autorenzeile ist die letzte Prüfung. Korrekturen (etwas war falsch) und Ergänzungen (etwas fehlte) stehen unten mit Datum und Uhrzeit (deutsche Zeit). Tippfehler, Formatierung und Link-Korrekturen werden nicht aufgeführt.
Geprüft
Seit der Veröffentlichung keine Korrekturen oder Ergänzungen.